Erbe ausschlagen: Wohnung betreten erlaubt?

Die Erbausschlagung

Ist der Erblasser bereits verstorben und tritt ein Erbfall ein, so können Sie darüber entscheiden das Erbe anzunehmen oder auszuschlagen. Die Grüne für eine solche Erbausschlagung sind zahlreich.

Ein grundlegendes Motiv bietet hier in den meisten Fällen die Überschuldung des Erblassers. Wenn jemand verstirbt, so geht der gesamte Besitz, aber auch die Schulden auf die rechtlichen Erben über – ganz automatisch. Es gibt auch eine Website die das
Erben richtig erklärt in Augsburg. Hinterlässt der Erblasser kein Testament, so gibt es eine gesetzliche Erbfolge. Die gesetzliche Erbfolge ist durch das Bürgerliche Gesetzbuch vorgegeben. Im Falle einer hohen Verschuldung wären die Erben für diese verantwortlich. Das Risiko wollen viele nicht eingehen und schlagen die Erbschaft aus.

Gründe der Erbausschlagung

Es gibt unterschiedliche Gründe welche dazu führen das Erbe auszuschlagen. Dazu gehören nicht nur hohe Schulden. Auch persönliche Motive, wie beispielsweise ein zerrüttetes Verhältnis können zu einer Erbausschlagung führen. Steuerrechtliche Motive gehören ebenfalls dazu. Wenn beispielsweise zu viele Unkosten durch die Erbschaftssteuer entstehen, so können Sie das Erbe ebenfalls ausschlagen.

Ein weiterer Grund für eine Erbausschlagung sind die anfallenden Bestattungskosten. Laut Paragraph 1968 des Bürgerlichen Gesetzbuch sind die Erben für die Gestaltung und Zahlung der Beerdigung zuständig. Können Sie sich das nicht leisten, so müssen Sie die Beerdigungskosten nicht zahlen, sofern Sie das Erbe ausschlagen.

Ist allerdings kein Erbe vorhanden oder wird von allen das Erbe ausgeschlagen, so muss die Beerdigung vom Unterhaltspflichtigen oder Fürsorgeberechtigten gezahlt werden.

Welche Frist muss eingehalten werden?

Die Erbausschlagung muss laut Erbrecht nach Paragraph 1944 Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuch innerhalb von sechs Wochen stattgefunden haben. Es gibt also ausreichend Zeit, um sich ausreichend über diesen Schritt klar zu werden.

Die Frist von sechs Wochen ist gesetzlich festgelegt und sollte dringend beachtet werden. Wenn Sie die Frist verpassen, dann nehmen Sie, laut Paragraph 1943 Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuch, das Erbe automatisch an. Die Frist der Erbausschlagung beginnt ab der Kenntnisnahme der Erbschaft.

Erbe ausschlagen: Wohnung betreten?

Viele stellen sich die Frage: Wenn wir das Erbe ausschlagen – Wohnung betreten ist dann noch erlaubt? Das zuständige Nachlassgericht, also das Amtsgericht, welches sich in dem Bezirk befindet, in dem der Erblasser den letzten Wohnsitz hatte, muss innerhalb der sechs Wochen darüber in Kenntnis gesetzt werden, wenn Sie das Erbe ausschlagen. Wohnung betreten ist in einem solchen Fall dann nicht mehr erlaubt, denn nun ist es so, als ob Sie nie Erbe waren, auch nicht zum Übergang.

Das bedeutet, dass Sie bezüglich des Nachlasses keine Rechte besitzen. Erbe ausschlagen – Wohnung betreten ist somit nicht erlaubt. Außerdem müssen Sie noch andere Dinge beachten, wenn Sie das Erbe ausschlagen: Wohnung betreten ist nicht erlaubt.

Außerdem dürfen keine Gegenstände ohne eine Zustimmung der letztendlichen Erben aus der Wohnung genommen werden. Gehen Sie trotzdem in die Wohnung, so machen Sie sich gegebenenfalls wegen einer Sachbeschädigung strafbar, wenn sie beispielsweise für Sie nutzlose Gegenstände wegwerfen.

Zusammenfassung

Sie dürfen auch nichts verkaufen, verschrotten, oder die Wohnung leer machen. Das Mietverhältnis dürfen Sie in einem solchen Fall ebenfalls nicht beenden. Zudem dürfen Sie auch keine laufenden Verträge kündigen, denn durch die Erbausschlagung geben Sie alle Pflichten und Rechte des Erblassers, gemäß Paragraph 1922 des Bürgerlichen Gesetzbuches, ab.

Die Eröffnung einer Verfügung von Todes wegen

Eines der wenigen Dinge, das ausnahmslos alle Menschen auf diesem Planeten verbindet, ist die Tatsache, dass wir sterben. Nicht jeder Erdenbürger ist so vorausschauend, dass er rechtzeitig – im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte – selbst und aktiv darüber verfügt, was mit seinen irdischen Besitztümern geschehen soll.

Mitnehmen können wir alle nichts, wenn wir in die Ewigkeit eingehen. Aber man kann entweder ein Chaos hinterlassen oder alles zur Zufriedenheit aller Beteiligten darlegen.

Alle Juristen sollten sich natürlich stets über die aktuellsten Entwicklungen in Sachen Erbrecht informieren. Denn diese Thematik unterliegt vielen Änderungen und Strömungen, die nicht nur bei der Eröffnung einer Verfügung von Todes wegen von größter Bedeutung sind. Neben der engen Materie selbst spielen Fragen des Erbrechts auch in Familienfragen oder Eheschließungen und Scheidungen keine unwichtige Rolle.

Der letzte Wille als positive Überraschung – oder Streitfall

Erben in Deutschland sollte jedermann mehrmals im Leben interessieren, und genau das gilt es auch potenziellen Klienten zu vermitteln. Bei gravierenden Änderungen sollte der Nachlass neu überdacht und gegebenen Falls adaptiert werden!

Viel zu wenige Menschen machen sich in jüngeren Jahren ernsthafte Gedanken über das gerade geltende Erbrecht. Dabei muss auch der Lebensmittelpunkt beachtet werden, denn von Land zu Land gelten oft sehr unterschiedliche Grundsätze.

Es droht ein Erbstreit

Oft gilt aber: Am schlimmsten ist es, Nachlassangelegenheiten gar nicht aktiv zu beeinflussen. Dann kommt es nicht selten zu Zerwürfnissen und an sich wohlwollenden Angehörigen, die denken, im Sinne des Verstorbenen zu agieren.

Die Dinge nach seinem Ableben einfach auf die Erben zukommen zu lassen und sie nicht von Angesicht zu Angesicht zu besprechen, erweist sich oft als Kardinalsfehler. Hintergrund ist nicht selten eine Angst vor der Komplexität der Materie, die aber ein Anwalt oder Notar rasch in groben Zügen erklären kann. Daher ist jeder gut beraten, sich nicht erst voll Trauer und Schock über den Exitus bzw. bei der Eröffnung einer Verfügung von Todes wegen entsprechendes Wissen anzueignen.

Rechtssicherheit schaffen!

Im Ernstfall empfiehlt sich juristischen Beistand immer, allerdings kann man durchaus als Erbe oder Erblasser einigermaßen adäquat für den Fall der Fälle vorsorgen. Eine rechtskräftige Verfügung von Todes wegen zu errichten sollte möglichst nicht erst auf dem Sterbebett geschehen.

Den Nachlass in seinem ganz persönlichen Sinne zu regeln und seine individuelle Vorstellungen durchzusetzen kann man nicht den Gesetzen überlassen. Jedenfalls nicht, wenn man nichts unberücksichtigt lassen möchte. Vergisst man Aspekte, kann es passieren, dass die Erbschaft nicht angetreten bzw. ausgeschlagen wird.

Der Nachlass in der Betrachtung

In der Bundesrepublik wird der Nachlass meist durch die gesetzliche Erbfolge geregelt, die im fünften Buch des Bürgerlichen Gesetzbuches verankert ist. Meist bedenkt der Verstorbene somit – absichtlich oder nicht – ausschließlich die nächsten Angehörigen.

Setzt man aktiv ein Testament auf, hat man durch die gewillkürte Erbfolge mehr oder weniger freie Hand. Mit gewissen Einschränkungen wie dem Pflichtteil jedenfalls. Hinterbliebene können zwar ein detailliertes Testament anfechten, wenn aber keinerlei letztwillige Verfügung besteht, sehen sie sich manchmal dazu gezwungen.

Was für Verfügungen kennt das Erbrecht

Ein Testament, Erbvertrag oder eventuelle Übertragungen zu Lebzeiten sind fast immer die besseren und nachvollziehbareren Varianten. Die hohe Komplexität des Spezialgebiets Erbrecht bedeutet für Fachanwälte oder Notare ein spannendes und dynamisches Feld, in dem auch viel Fingerspitzengefühl gefragt ist. Ein Termin bei einem Spezialisten beruhigt und macht vielen Beteiligten das Leben auf lange Sicht einfacher.

Selbst jenen, die niemanden mit ihrem Vermögen bedenken wollen, sollten Rat bei einem erfahrenen Notar oder Anwalt suchen. Sie könnten etwa nach ihrem Ableben all ihre irdischen Besitztümer unkompliziert für einen guten Zweck ihrer Wahl spenden.